|
|
Vorgeschichte
Die Halbinsel Peloponnes war seit den frühesten Zeiten von Menschen
bewohnt. In Achaia siedelten die vorgriechischen neolithischen Bauern
bereits seit etwa 6000 v. Chr. in den fruchtbaren Küstenebenen, wie Keramik-Funde belegen. An
vielen Orten Achaias wurden Siedlungsreste, Gräber oder Tongefäße aus
mykenischer Zeit (ca. 1600 bis 1200 v. Chr.) ausgegraben. Besonders reich sind die Funde aus
spätmykenischer Zeit, als die großen mykenischen Zentren in der Argolis,
in Messenien und Lakonien bereits untergegangen waren. Dies legt den
Schluß nahe, daß die Region zu einem Rückzugsgebiet der mykenischen
Achaier wurde, wie auch Pausanias berichtet. Nach der Überlieferung
Homers gehörte Achaia zum Gebiet des Heerführers Agamemnon. In der Stadt
Aigion
soll Agamemnon die griechischen Truppen vor dem Krieg gegen Troja
versammelt haben. Klassische
und römische Zeit
Der Schriftsteller Pausanias schreibt: "...außer Pellene erlitt
keine andere Stadt Achaias das Schicksal der Tyrannei, und das Unglück
durch Kriege und Seuchen traf Achaia weniger als andere Teile
Griechenlands." Das lag wohl daran, daß die Achaier nach Abschaffung
der Königsherrschaft (um 800 v. Chr.) föderative und egalitäre Strukturen entwickelten. Der Erste
Achäische Bund war ein Zusammenschluß der achaiischen Städte unter
Führung der Stadt Helike, zentriert um den Kult des Zeus Homagyrios.
Dieser Bund bestand vom Anfang des 5. bis Ende des 4. Jdt. v. Chr. Er
beteiligte sich an der
griechischen Opposition gegen Philipp II. von Makedonien. Von den meisten
innergriechischen Machtkämpfen hielten sich die Achaiaer fern. Jedoch
gründeten sie bedeutende Kolonien wie das sagenhaft reiche Sybaris,
Kroton, das zum Ausgangspunkt der pythagoräischen Philosophie wurde, Paestum
und Metapont in Unteritalien.
Der Zweite Achäiische Bund
Unter Führung der Stadt Aigion wurde 280 v.
Chr. der Zweite Achäische Bund gegründet. Er beruhte auf dem
Grundsatz der Gleichheit und besaß gemeinsames Bürgerrecht und
Münzwesen. Städte außerhalb Achaias schlossen sich dem Bund an. Sparta,
das die Vorherrschaft auf der Peloponnes anstrebte, widersetzte sich und
begann Krieg. Der Bund rief darauf hin Makedonien zu Hilfe. Schließlich
wechselte der Achäische Bund die Seiten und eroberte mit Hilfe der Römer
beinahe die
gesamte Peloponnes. Da die Römer die Achaier der geheimen Übereinkunft
mit den Makedoniern verdächtigten, deportierten
sie die achaiischen Anführer nach Rom. Im Jahr 146 v. Chr. gewannen die
Römer den Krieg
gegen den Bund und besiegelten das Ende der griechischen Unabhängigkeit. Südgriechenland wurde zur römischen Provinz Achaia. Vom
Achäischen Bund waren bedeutende Impulse zur Einigung und Befreiung von
Hellas ausgegangen, die jedoch an der notorischen Zerstrittenheit der
Griechen und den Machtgelüsten der Regionalmächte scheiterten.
 |
Vase
in Form eines Vogels aus mykenischer Zeit (Archäologisches Museum
Patras) |
|
|

Das
römische Odeion in Patras
In römischer Zeit wurde Patras die führende Stadt dank seines Hafens und
der günstigen geographischen Lage. Das schöne, gut erhaltene römische
Odeion in Patras gibt Zeugnis vom damaligen Wohlstand. Der Apostel Andreas
verbreitete das Christentum in Achaia und erlitt im Jahr 68 n. Chr. in
Patras das Martyrium.
Mittelalter
In byzantinischer Zeit wurden in den Städten Achaias Bischofssitze
errichtet. Zwischen dem 7. und 9. Jdt. wanderten slawische Hirtennomaden
in Achaia ein und ließen sich, teilweise nach heftigen Kämpfen, in den
Bergregionen nieder. Viele alte slawische Ortsnamen zeugen davon, die erst
im zwanzigsten Jahrhundert wieder gräzisiert wurden.
Zwischen 1205 und 1430 geriet die Region im Verlauf der Kreuzzüge unter
fränkische Herrschaft und wurde Teil des fränkischen Fürstentums
Achaia, das beinahe die gesamte Peloponnes umfaßte. Die Kastelle von
Kalavrita, Rio und Santameri in Achaia stammen aus dieser Epoche.
Um 1400 war die Bevölkerung in Achaia durch die Pest stark
dezimiert worden. Daraufhin rief Kaiser Theodor I. von Byzanz 10.000
albanische Siedler ins Land, die sich in den Bergen niederließen. Noch im
19. Jdt. gab es albanisch sprechende Dörfer in Achaia.
Der in Mistra geborene letzte byzantinische Kaiser Konstantin Palaiologos
eroberte 1430 zusammen mit seinem Bruder Thomas Palaiologos Patras zurück
und beendete die Herrschaft der Franken. In dieser Spätphase war die
Zentralgewalt in Konstantinopel stark geschwächt. In der Morea, wie die
Peloponnes im Mittelalter genannt wurde, regierten selbständige Despoten,
die dem byzantinischen Herrscherhaus entstammten.
Streitigkeiten zwischen dem Despoten von Mistra, Demetrios, und Thomas
Palaiologos in Achaia bahnten den Weg für die Osmanen. Im Jahre 1446 eroberten
sie die Peloponnes. 1453 brach ein heftiger griechisch-
albanischer Aufstand gegen die Türken los, der 1460 endgültig
niedergeschlagen wurde. Die osmanische
Oberherrschaft, dauerte bis zum Befreiungskampf der Griechen im 19. Jdt.an. Sie war
nur unterbrochen durch die kurze Zeit der venezianischen Besetzung
von 1687 bis 1715.
Weiter:
|
|